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Das Drama „Kabale und Liebe“ am Lehniner Platz

Das Drama der Epoche des Sturm und Drang schrieb Friedrich Schiller zwischen 1782 und 1783. Er wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und starb am 9. Mai 1805 in Weimar. Neben Goethe gilt er als „der bedeutendste Autor der deutschen Klassik“ (1). Weitere bekannte Werke von ihm sind „Die Räuber“, „Don Carlos“ und „Maria Stuart“.

 

Die Zeit, in der das Stück spielt, hat eine starke Verbindung zur heutigen. Es zeigt, wie schwer es manchmal sein kann, jemanden zu lieben. Es ist zwar nicht mehr so stark ausgeprägt wie früher, dass man mit allen Mitteln versucht, die Liebe zu verbieten. Aber auch heute gibt es Fälle, in denen nicht alle mit einer Beziehung einverstanden sind. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch selbst entscheiden dürfen, wen er liebt. Denn letztendlich haben die ganzen Intrigen, die bei „Kabale und Liebe“ eingesetzt wurden, sogar zum Tod zweier Menschen geführt.

Im Folgenden möchte ich etwas über den Regisseur Falk Richter sagen. Er erhielt schon den Hörspielpreis der Akademie der Künste. Ihm ist die Inszenierung des Stückes sehr gut gelungen. Da er sehr nah, jedoch stark verkürzt, am Text blieb, wurde das Ganze klassisch verkörpert und man konnte sich gut in die frühere Zeit hineinversetzen. Er aktualisiert das Stück nicht. Bei der Bühne könnte man jedoch denken, sie sei für ein modernes Konzert gebaut worden: der Boden besteht aus Plexiglas und wird von unten in unterschiedlichen Farben beleuchtet, die Wände sind schwarz, eine schmale Leinwand und ein Ventilator im Hintergrund.

 

Außer dem Bühnenboden und der auffallenden roten Gitarre am Bühnenrand gab es jedoch kaum farbige Kostüme oder Requisiten. Die Darsteller waren schlicht und einfach, meistens in grau oder schwarz, gekleidet. Das verdeutlichte auch in einigen Situationen die Verzweiflung von Ferdinand und Luise. Noch extremer zeigten dies jedoch die fünf Cellisten am Bühnenrand: je mehr die Schauspieler litten, desto heftiger wurden die Cellos und die Gitarre gespielt. Das, was den Schauspielern besonders wichtig war, wurde in ein Mikrophon gesprochen. Jeder Schauspieler hat hervorragend in seine Rolle gepasst. Besonders gut haben mir Kay Bartholomäus Schulze und Judith Engel, welche die Eltern von Luise gespielt haben, gefallen.

 

Sie konnten sich sehr gut in die Rolle der besorgten Eltern hineinversetzen und sie haben klar und deutlich gesprochen, sodass man auch verstehen konnte, was sie sagen. Lea Draeger, die in ihrer Rolle als Luise zwar ebenfalls geglänzt hat, war bei einigen Szenen etwas schwer zu verstehen, da sie relativ leise gesprochen hat. Da es ohnehin schon schwierig war, dem im ungewohnten Deutsch geschriebenen Text zu folgen, fiel es mir an diesen Stellen schwer, den Inhalt zu verstehen. Doch trotzdem gab es keinen einzigen Schauspieler, den ich als unpassend für das Theaterstück empfand. Das bestätigte auch der Applaus des restlichen Publikums. Bei allen Schauspielern wurde lange und laut geklatscht. Mir fiel auf, dass bei Erhard Marggraf, der die Rolle als Kammerdiener spielte, besonders applaudiert wurde, was ich allerdings größtenteils auf sein Alter zurückführen würde.

 

Insgesamt fand ich die Vorstellung sehr gelungen. Da es mein erster klassischer Theaterbesuch war, hatte ich anfangs Bedenken, dass ich dem Inhalt nicht folgen kann. Jedoch hat sich nach und nach der größte Teil aufgeklärt. Nachdem ich das Stück gesehen habe, werde ich das Buch, falls ich es lesen sollte, besser verstehen, da ich den Hauptteil der Handlung schon kenne. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich das Theaterstück „Kabale und Liebe“ anzuschauen. Denn so etwas ist nicht zu vergleichen mit einem Kinobesuch oder ähnlichem. Ein Theaterbesuch erfordert Interesse und Konzentration.

 

Maraike Luchmann

Vgl.: (1)-Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin; Flyer „Kabale und Liebe“: „FRIEDRICH SCHILLER“.

 

Theaterrezension zu „Kabale und Liebe“ von Nadine Krausch

„Kabale und Liebe“, ein Stück zum Fühlen, Schmunzeln und Nachdenken. Aus dem Applaus des Publikums ließ sich schlussfolgern, dass die Darbietung der Schauspieler, der Musiker und der Regie, welche von Falk Richter geführt wird, vollste Anerkennung der Zuschauer hat.


Das Stück Friedrich Schillers, welches seit 2. Dezember 2008 an der Schaubühne Berlin gezeigt wird, handelt von zwei liebenden Leuten, namens Ferdinand (gespielt von Stefan Stern)und Luise


(gespielt von Lea Draeger), die aus verschiedenen Bevölkerungsschichten kommen.


Ferdinand ist der Sohn des Präsidenten und Luise ist die Tochter eines Musiklehrers.


Beide sind sehr glücklich miteinander, doch aufgrund ihrer Abstammung gibt es einige Probleme, die Liebenden hatten keinerlei Unterstützung ihrer Familien, denn ihre Beziehung wurde nicht anerkannt, weder von von Walter (Ferdinands Vater, gespielt von Thomas Bading),
noch von Miller (Vater der Luise, gespielt von Kay Bartholomäus Schulze) und seiner Frau (Mutter der Luise, gespielt von Judith Engel).
So kommt es, dass es Streitigkeiten in den Familien gibt und böse Pläne geschmiedet worden
sind.


Die Folge dessen war, dass Ferdinand sich und Luise vergiftet, damit sie vielleicht in einem anderen Leben zusammen sein konnten.


Friedrich Schiller schrieb u.a. noch viele berühmte Werke, wie zum Beispiel „Die Räuber“ und „Don Carlos“.


Falk Richter, sagt ihnen das etwas?
Er ist einer der berühmtesten Regisseure Deutschlands. Richter führte schon von vielen Stücken Regie unter anderen auch die von „Kabale und Liebe“.


Seit 2006 ist er Hausregisseur an der Berliner Schaubühne, davor war er Hausregisseur des Schauspielhauses in Zürich und bekam den deutschen Hörspielpreis. Nun möchte ich die Darbietung der Schauspieler näher erläutern.


Thomas Bading, der den Präsidenten spielt, verkörpert seine Rolle bestens. Mimik und Gestik sowie der gesamte Auftritt sind an die Situationen angepasst.


Ferdinand, gespielt von Stefan Stern, ist eher der ruhige Mensch, dem es keine Rolle spielt, ob er des Präsidenten Sohn ist. Er drückt seine Gefühle klar und deutlich aus, indem er vor Wut zum Beispiel übertriebener Maßen die Bühne sowie ein Cello zerlegt.


Seine Liebe zu Luise zeigt er sehr realitätsnah mit zärtlichen Berührungen und liebevoller Sprechweise.


Lady Milford( gespielt von Judith Rosmair), welche mit Ferdinand an Stelle von Luise verheiratet werden soll, ist eine englische Fürstin, die ihre Rolle perfektionistisch dem Publikum nahe bringt.


Ihre Haltung sowie ihre Sprechweise, als auch die feinen femininen Bewegungen und ihre laute Stimme stehen für Adel und Herrschaft.


Robert Beyer, der den Wurm spielt, ist in Luise verliebt und schmiedet aus diesem Grunde mit dem Präsidenten Pläne. Er bringt den verlogenen, hinterhältigen Diener aufgrund seiner Handlungen und Gesichtsausdrücke auf die Bühne.


Kay Bartholomäus Schulze und Judith Engel, in der Rolle von Luises Eltern, geben die Gefühle von Eltern zur Schau. Sie wollen nur das Beste für ihr Kind und zeigen dies durch bestimmte Darbietungsweisen, wie zum Beispiel Berührungen, Blicken, und ihrer Sprechweise.


Luise, welche gelegentlich zu undeutlich gesprochen hat, spielt ihre Rolle gut. Ihre Stimmungen merkt der Zuschauer schon allein an ihren Handlungen und ihrer Mimik. Lea Draeger stiftet in ihrer Rolle als Luise gelegentlich für Unruhe, wenn sie ihren Kopf durchsetzten möchte.


Der Kammerdiener, welcher von Erhardt Marggraf gespielt wurde, hatte nur einen kurzen Auftritt, den er aber überzeugend spielte.


Das Stück „Kabale und Liebe“ wurde natürlich auch musikalisch begleitet.


Paul Lemp, der die Musikalische Leitung übernahm und auch den Bass spielte, hatte mithilfe der fünf Cellistinnen namens Dina Bolshakova, Zoe Cartier, Sook Hyun Kim, Urte Reich und Susanne Wohlleber das Stück durch ihre Musik dramatisiert, spannende Stellen mit lauteren Tönen hervorgehoben und jede Situation passend musikalisch unterstrichen. Ich fand das Stück gut und würde dort jeder Zeit wieder hinfahren.