Herzen des Waldes


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Ein Projekt des Kunstkurses Klasse 12 mit dem Künstler Micha Brendel

zur 10. Spektrale

 

 

Auch wenn der Ausstellungsort der Spektrale für das Jahr 2022 nach Lübben verlegt wurde, verblieben die Schulprojekte in Luckau - an der Rosa-Luxemburg-Grundschule und am Bohnstedt-Gymnasium. Durch diese Ehrung erhielt unser Kunstkurs der 12. Klassen die Möglichkeit, sich intensiv einem als selbstverständlich empfundenen, vertrauten Teil unserer „Landschaftskulisse“ zuzuwenden: dem Wald. Verlockend war es für unsere Schüler*innen zunächst, sich nach einer langen Zeit der Corona bedingten Enthaltsamkeit auf Exkursion zu begeben, also gemeinsam Zeit außerhalb des Unterrichtsraums zu verbringen. Mitten im Wald. Daraus entwickelte sich ein sehr kreatives Projekt, das von dem Künstler Micha Brendel vorbereitet und betreut wurde. Aus vielfältigen fotografischen Eindrücken der Schüler*innen und dem Bedürfnis, tiefergehende Intentionen zu vermitteln, entstand eine Fotosammlung, die von Herrn Brendel in einer Mappe mit dem folgenden Titel zusammengefasst wurde:

 

Herzen des Waldes

Im Herzen des Waldes

Die Herzen des Waldes

Das Herzen des Waldes

 

Dass eine bereichernde Auseinandersetzung mit etwas nur scheinbar Vertrautem im Zentrum steht, erschloss sich am Projekttag vor allem durch die Ausführungen des Revierförsters Olrik Pörtner, der uns während einer Wanderung durch die Waldgebiete bei Hohendorf sehr konkret die Zusammenhänge zwischen biologischen Prozessen, wirtschaftlichen Interessen und ökologischen Bedingungen vor Augen führte und anregte, die jeweilige Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen. Auf diese Weise sensibilisiert, bot uns vor allem die im Verborgenen liegende Wacholderschlucht vielfältige Eindrücke von einer - trotz des Einflusses der Menschenhand - urwüchsig erscheinenden Natur. Wir gingen in dieser idyllischen Waldlandschaft auf Erkundung, hielten große und kleine Quellen der Faszination fotografisch fest, verwirklichten eine eigene Land-Art-Vision oder erprobten mit inspirierenden Naturobjekten das Gestalten und Umgestalten.

 

Was spricht dagegen, dass ganze Räume des Waldes

von jedem Menschen und seinen Sinnen

anders wahrgenommen werden?

Vielleicht ist der Wald letztendlich bloß eine
Ansichtssache und somit eine Illusion?
Gibt es überhaupt einen „richtigen“ Wald

oder existiert er eher als Vorstellung

 in einer Verbindung aus unseren Wahrnehmungen

und unserer Phantasie?

Er wird zu einem magischen Ort, der uns einlädt,

ihn als eine eigene, mehrdeutige Welt zu erleben.“


Beatrice Briére-Edney, Kl. 12

 

 

Keinen Spielraum hingegen ließ ein nahezu abgestorbener Kiefernwald. In ernüchternder Eindeutigkeit zeigte er überdeutlich:  Jedes Waldgebiet sendet auf seine Weise aus, was es vom Menschen empfangen hat, wobei immer stärkere Notsignale vom Schwinden ureigener Selbstschutzkräfte zeugen.  Diese eindringliche Erkenntnis führte dazu, dass die Schüler*innen während der späteren Fotobearbeitungen oftmals sehr kritischen Sichtweisen Ausdruck verliehen.

 

Anlässlich der Finissage zur 10. Spektrale am 11. September 2022 äußerte sich der Kurator Herr Herbert Schirmer sehr anerkennend zu dem Beitrag unseres Gymnasiums. Die Arbeiten können ab Oktober in der „Horizontalen Galerie“ des Lübbener Landratsamtes besichtigt werden. Sie bieten im Rahmen des Themenjahres „Lebenskunst – Kulturland Brandenburg 2022“ vielfältige Blickwinkel unserer Schüler*innen auf die regionale Waldlandschaft.  Wir bedanken uns vielmals bei Herrn Micha Brendel, Herrn Olrik Pörtner sowie bei den Initiatoren der Spektrale, insbesondere Herrn Herbert Schirmer, für diese besondere Gelegenheit der Sinnesschärfung und naturbezogenen Auseinandersetzung, die sich für uns zu einer Herzensangelegenheit entwickelt hat.

Sie sind nun herzlichst eingeladen, in unserer digitalen Galerie einen Einblick in unser Projekt zu gewinnen.

 

Susann Karras

Kunstlehrerin